
Bayerischer
Forschungsverbund für Nanoelektronik (FORNEL)
Teilprojekt
II.3:
Nanotransistoren auf der Basis
ballistischer Y-Schalter
Die stetige Miniaturisierung von Transistoren – den Basiselementen
integrierter Schaltkreise – führt dazu, dass deren Gateeffektivität
abnimmt. Daher sind in jüngster Zeit verstärkt neue Transistorkonzepte
mit alternativen Gate-Geometrien (z.B. Double- und Tri-Gate
Transistoren) untersucht worden. Hauptziel des vorliegenden
Teilprojekts ist die Realisierung und Analyse ballistischer
Nanotransistoren auf der Basis von Y-förmigen Kanalverzweigungen mit
Ausdehnungen kleiner als charakteristische Streulängen der
Ladungsträger, um die Funktion des Gates durch eine intrinsische
Rückkopplung des Y-Nanotransistors zu verstärken. Die erforderlichen
technologischen Arbeiten betreffen schwerpunktmäßig die
Molekularstrahlepitaxie und die hochaufgelöste laterale
Strukturierung. Hierzu sind zunächst oberflächennahe Elektronengase
hinsichtlich der Beweglichkeiten zu optimieren. Durch lithographische
Verfahren (Elektronenstrahl- und Imprint-Lithographie) sollen
Y-Nanotransistoren mit Verzweigungsbereichen von wenigen 10 nm in GaAs
basierenden Halbleiterheterostrukturen entwickelt werden. Hierbei soll
über die Elektronenstrahllithographie hinaus das Potenzial der
Imprinttechnologie ausgelotet werden, da sich mit diesem parallelen
„Druckverfahren“ eine Vielzahl von nanoelektronischen Strukturen sehr
effizient bereitstellen lässt. Bei den Bauelementeanwendungen stehen
monolithisch definierte Schaltkreise auf der Basis von
Y-Nanotransistoren im Vordergrund. Hierbei wird mit dem ballistischen
Transport ein nanoelektronischer Effekt herangezogen, der sehr robust
ist und Raumtemperaturanwendungen erlaubt. Gleichzeitig werden für den
ballistischen Bereich z.B. hohe Nichtlinearitäten erwartet, die zur
Realisierung spezifischer Bauelementfunktionen in extrem kompakten und
miniaturisierten Schaltkreisen eingesetzt werden sollen. Unterstützt
werden diese Arbeiten durch theoretische Untersuchungen und
Computersimulationen am TEP der TU München zum grundlegenden
Verständnis der Funktion und Betriebsbedingungen ballistischer
Bauelemente. Hierzu werden physikalische Bauelementmodelle entwickelt,
die mit Hilfe der realisierten Teststrukturen validiert werden sollen
und die dann als Grundlage für eine eingehende numerische Analyse des
Bauteilverhaltens dienen werden.
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